Gruppengründer fragen

Folgende drei Voraussetzungen treffen auf dich zu:

  • Du kannst eine Gruppe um dich versammeln.
  • Du achtest die Gruppenregeln (siehe Arbeitsbuch) und hast Respekt vor jedem Gruppenmitglied.
  • Du unterschreibst im kostenlosen Partnervertrag die Werte, Ziele und Grenzen, die wir als Netzwerk vertreten.

Du entscheidest, welchen Gruppentyp du gründen willst.
  • Wohnzimmergruppe: Du bringst mindestens einige FreundInnen zusammen in einer Location deiner Wahl. Dann ist der Besuch eines Trainings für Gruppenmoderaton bei uns Voraussetzung.
  • Gemeindegruppe: Du wirst von deiner Gemeinde als ModeratorIn beauftragt, eine Gruppe zu organisieren. In Absprache mit der Gemeinde überlegen wir, wie ein Training für Gruppenmoderaton aussehen kann. Wenn du eine Endlich-Leben-Gruppe besucht hast, kann das ausreichend sein.
  • Fachlich geleileitete Selbsterfahrungsgruppe. Du bist ausgebildete BeraterIn und erweiterst deine Beratungspraxis um eine fachlich geleitete Selbsterfahrungsgruppe mit Endlich-Leben-Kursmaterial. Ein Training für Gruppenmoderaton würde sich anbieten, um die besondere Haltung in der Selbsthilfe kennen zu lernen.

Mit einer Bestellung im Partnerschop bekommst du automatisch folgendes

  1. Den Partner-Vertrag des Netzwerks senden wir dir automatisch mit der Bestellung zu. Lies ihn in Ruhe durch, kläre alle Details und schick ihn unterschrieben an unsere Geschäftsstelle (gerne auch digitalisiert = Handyfoto). Erst mit deiner Unterschrift startet unsere Partnerschaft. Bis dahin kannst du alles für dich völlig unverbindlich prüfen.
  2. Du nutzt den Link zur Gruppenanmeldung: Melde deine Gruppe an und du bekommst Zugang zu den Selbstcheck-Fragebögen für deine Gruppe.
  3. Wir checken alles und klären bei Bedarf den Rest telefonisch. Du erhältst deine schriftliche Bestätigung der Netzwerk-Partnerschaft.
  4. Du besuchst ein Training und bestellst danach die nötige Anzahl Arbeitsbücher.

Du bekommst alle nötige Unterstützung, um eine Gruppe zu gründen, zu moderieren und gut abzuschließen.
  1. Auf deine jeweilige Situation bezogene telefonische Gründungsberatung.
  2. Viermal im Jahr Telefonkonferenzen mit GruppenmoderatorInnen zum Erfahrungsaustausch.
  3. Flyer für Gruppeninteressierte.
  4. die Logo-Markennutzungsrechte für deine Werbung.

Bei Fragen, wende dich gerne in der Geschäftsstelle an Andrea Baczewski:
Fon: +49 (0) 561 95380964 (di. / mi.)
mehr findest du hier…

Du hast mit uns einen starken Partner mit über 20 Jahren Erfahrung an deiner Seite.
Darum schließen wir mit dir einmalig den Partnervertrag. Der Vertrag gilt solange, bis du ihn kündigst.
Sollten sich entscheidende Daten (Adresse oder Gemeindezugehörigkeit usw.) ändern, meldest du uns die Änderung bei der Gruppenanmeldung.
Damit musst du also nur einmal den Vertrag abschließen.

Für jede neue Gruppe, die du als Moderator startest, benötigst du aber ein Gruppenpasswort (für die Fragebögen, die die Teilnehmenden im Internet ausfüllen können).
Bitte melde mit jedem Gruppenstart deine Gruppen bei über das Gruppenmelde-Formular an.
Das geht schnell und ohne Unterschrift oder Verwaltungsaufwand.

Folgende drei Voraussetzungen treffen auf dich zu:
• Du kannst eine Gruppe um dich versammeln.
• Du achtest die Gruppenregeln (siehe Arbeitsbuch) und hast Respekt vor jedem Gruppenmitglied.
• Du unterschreibst im kostenlosen Partnervertrag die Werte, Ziele und Grenzen, die wir als Netzwerk vertreten.

Wenn du eine Gemeinde im Rücken als Unterstützung hast, sollte die Kirche oder Gemeinschaft Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Deutschlands (ACK)* sein oder ihr Glaubensbekenntnis im Sinne der ACK-Kirchen veröffentlichen. Wir erwarten grundsätzlich eine gute Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchen. Das Endlich-Leben-Netzwerk wird nicht mit exklusiven Gruppen oder Kirchen zusammenarbeiten.

Bei ModeratorInnen, die in Privaträumen Gruppen anbieten, erwarten wir

  • deine Zustimmung zu den Werten und Zielen des Endlich-Leben-Netzwerks und
  • Akzeptanz für alle ACK-Kirchen
  • den Besuch eines unserer Trainings, damit du die Grundlagen der Moderation einübst.
Bei ModeratorInnen, die von Gemeinden oder Organisationen unterstützt werden
  • erwarten wir den Besuch eines unserer Trainings, damit du die Grundlagen der Moderation einübst
  • oder du hast schon eine Endlich-Leben-Gruppendurchgang mitgemacht
  • oder du hast eine ähnliche Schulung schon durchschritten und deine Gemeinde kümmert sich um deine Begleitung und Training.

Bei Fragen, wende dich gerne in der Geschäftsstelle an Andrea Baczewski:
Fon: +49 (0) 561 95380964 (di. / mi.)
mehr findest du hier…

Wir sind nur eine sehr kleine Gemeinde. Eine Schulung für Mitarbeiter ist schwer vorzustellen, zumal wir überhaupt unsicher sind ob wir mit unseren 60 Gemeindegliedern groß genug für eine Endlich-Leben-Gruppenarbeit sind.

Gut das kann wirklich so sein, dass die Gemeinde zu klein ist, muss aber nicht ein Hinderungsgrund bleiben.
Natürlich kann es herausfordernd für die Gemeinde wie für dich sein.

Vielleicht ist es in dieser Situation weise, eher eine Gruppe privat in den eigenen Wänden mit ausgesuchten Personen (Freunden, Bekannten) zu gründen.

Bei sehr kleinen, überschaubaren Gemeinden gibt es häufig eine stark "familiäre" Systemdynamik. Das bedeutet, dass die unbewussten Abhängigkeiten voneinander (soziale Kontrolle) sehr groß sind. Dann können Menschen sich auch nicht frei für neues Denken und Verhalten öffnen, weil der Gruppendruck in der Großgruppe in Konkurrenz du möglichen neuen Regeln und Erkenntnissen aus der Endlich-Leben-Gruppe stehen.

Das Risiko, dass eine Endlich-Leben-Gruppe als "Angriff" auf ein dysfunktionales Gemeindesystem erlebt wird, ist in kleinen Gemeinden viel höher als in größeren. Ob Gemeinden dieses Risiko eingehen bzw. solche internen Spannungen fördern, wird sich jeweils vor Ort zeigen. Es ist sicherlich schwer oder herausfordernd, aber nicht unmöglich und hängt direkt von der Veränderungsfähigkeit der Leitungsstrukturen ab.

Hier gehen Gemeinden unterschiedliche Wege:
Manche überlassen es dem Zufall (Warteliste: wenn die Anzahl voll ist, startet eine neue Gruppe)
Manche starten jährlich mit ca. 30-50 Personen und können dann Gruppen nach ähnlichen Symptomen bilden
Manche starten eine Warteliste für Menschen mit besonderen Symptomatiken (z.B. Angststörungen)

Neu ist ab 2017, dass du mit einer Handvoll Bekannten oder Freundinnen deine Gruppe einfach starten kannst. Wir nennen das Wohnzimmergruppe. Der Unterschied zu Hauskreisen bleibt:

  • Die Gruppe geht nur für eine kurze Zeit
  • Thema ist deine Entfaltung oder ein Lebensthema
  • Mitglieder der Gruppe sollen freiwillig dabei sein. Ganz wichtig!
Hol dir Unterstützung. Schließe einmalig den kostenlosen Partnervertrag mit uns.

Beides sind Gruppen, aber Endlich-Leben-Gruppen unterscheiden sich von Hausbibelkreisen

  • durch die Gruppenregeln,
  • die Notwendigkeit von persönlicher Ehrlichkeit,
  • die Themen (die mit der Bibel nur am Rande zu tun haben),
  • die prozesshafte Arbeit an den Menschen (statt an der Interpretation von Bibelabschnitten),
  • die Betonung der Lebensveränderung,
  • die (fachlich begründeten) Gesprächs- und Verhaltensmethoden

Je nach Definition und Organisation von Hauskreisen kommen die in der Gruppendynamik Endlich-Leben-Gruppen sehr nahe. Dennoch bleibt ein prinzipieller Unterschied. Darum können Hauskreise nicht für eine Zeit mal eben in eine Endlich-Leben-Gruppen umgewandelt werden. Davon raten wir dringend ab. Hauskreis sind auf Dauer und meist für die Gruppenteilnehmenden Lebenswelt, Familien-Lebensform. Endlich-Leben-Gruppen sind Projekte mit einem einzigen Ziel: Lebenshilfe bieten und sie enden nach einem Jahr, sind also Lebensgemeinschaft auf Zeit.

Das wichtigste Prinzip ist: Alle müssen freiwillig und selbstmotiviert kommen. Würde also ein Hauskreis beschließen, das Endlich-Leben-Arbeitsmaterial (auf Zeit) zu bearbeiten, sind untergründig (halbbewußte) soziale Zwänge am Werk, die einer echten Freiwilligkeit widersprechen: Die bisherigen Teilnehmenden fühlen sich genötigt, um der Gemeinschaft willen, diese Entscheidung mitzumachen, obwohl sie nicht 100% selbst motiviert sind. Ähnliches gilt für Ehepaare, die sehr unterschiedlich motiviert in eine Krisenbewältigung gehen können.

Wir empfehlen eine sogenannte Pilotphase (Testphase), in der besonders waches Bewusstsein für mögliche Fehler, bzw. das Einüben der richtigen Leitungsverfahren, Gruppenmethoden existiert. In dieser Phase ist es wichtig, den Kontakt zur Geschäftsstelle bei allen Fragen zu nutzen. Je nach persönliche Vorerfahrung oder Vorbildung werden die neuen ModeratorInnen mehr oder weniger sicher sein oder Anleitung benötigen.
Am besten ist es, unser Training zu besuchen. Und zusätzlich: Es hilft, eine Gruppe selbst durchgemacht zu haben, bevor man Moderator wird.

Klärungshilfen sind…

  • die Übungen, Einsichten und Konzepterläuterungen im Mitarbeiter-Arbeitsbuch "Die Mitte für Gott offenhalten".
  • die Definitionen von Werten, Regeln und eine ausdrücklich reflektierte Zielklarheit (wie sie in den Verträgen definiert sind).

Ein Ehepaar, deren Ehe durch die Endlich-leben-Gruppe wieder geheilt worden ist, möchte gerne gemeinsam eine Gruppe leiten. Ist das sinnvoll? Oder: Wie sinnvoll ist es, wenn Ehepaare eine Gruppe für Ehepaare leiten wollen:

Grundsätzlich gibt es bei Ehepaaren immer eine besondere Dynamik, die sich auch außerhalb der Gruppe fortsetzt. Das hat mit der besonderen Nähe-Distanz-Problematik einer Ehe zu tun.

  • Sie können natürlich gemeinsam Zeugnis von ihrer Veränderung geben… Aber die Teilnehmenden in der Gruppe stehen noch in sehr unterschiedlichen Beziehungen zu ihrem Partner.
  • Angenommen, ein Partner will sich verändern, ein anderer geht aber nur (sublim) gezwungenermaßen zur Gruppe… Die Offenheit in der Gruppe wäre in diesem Fall empfindlich gestört.
  • Wenn eine Gruppe aus Ehepaaren besteht, wird immer einer der beiden Partnerinnen das Zugpferd und der/die andere nur so mitgehen…

Wahrscheinlich ist es in Vortragsveranstaltungen möglich, die Motivation zu fördern, oder in Beratungsstellen kann mit dem Ehepaar mit dieser unterschiedlichen Dynamik offen umgegangen werden. In der Gruppe scheint mir die Hinderung größer als der Nutzen, weil die Selbstmotivation absolute Voraussetzung ist und die Personen vorerst an sich sich und nicht an der Beziehung zu dem Partner arbeiten sollen. In unserem Endlich-Leben-Gruppen-Setting gilt also: Lieber nicht, es spricht zu viel dagegen.

Wie sinnvoll ist es, wenn Ehepaare eine geschlechtsgemischte-Gruppe leiten wollen (in der keine Ehepaare sind):

  • Hier sind alle freiwillig und mit ihrem Anliegen dabei. In einem solchen Zusammenhang kann ihr Beitrag sehr wertvoll sein (quasi als Modell für die Auswirkungen, wenn man einzeln an seinen persönlichen Mustern arbeitet).
  • In dieser Gruppe sprechen sie faktisch wie jede andere Gruppenleitung für sich selbst (und in manchen Geschichten auch über den Partner, der anwesend ist und bestätigen kann, ob es sich so verhielt, was die Glaubwürdigkeit erhöht).
  • Es kann auch die Dynamik von Missverstehen und falschen Erwartungen aneinander sehr schön deutlich werden… usw.

Dahinter steht die Frage: Was macht einen Leiter in Endlich-Leben-Gruppen aus? Bzw. Wie verstehen wir eigentlich "Leitung" einer Gruppe. Die amerikanische Selbsthilfeliteratur spricht vom "Facilitator".

Dieser Begriff lässt sich nicht mit einem Wort ins Deutsche übersetzen. Wörtlich ist das ein "Ermöglicher", also eine Person, die es anderen leicht macht, bestimmtes Verhalten in der Gruppe umzusetzen. Die Rollenbezeichnung "ModeratorIn" ist sicher schon näher am Facilitator. In diesem Sinne sind also "Selbsthilfegruppen-Leiter" für uns gute Moderatoren.

"Selbsthilfegruppen-Leiter" sind daran orientiert,

  • möglichst alle selbstaktivierenden Kräfte in anderen zu fördern
  • die Rahmenbedingungen der Gruppe so zu gestalten, dass vieles heilsame Kommunikationsverhalten möglich ist
  • möglichst wenig als Experte für Lösungen aufzutreten, sondern eher
  • als Experte für sich Selbst Vorbildcharakter zu zeigen

Wie würdest du eine solche Person mit einem treffenden Titel bezeichnen?

In der Regel gibt es eher getrennt-geschlechtliche Endlich-Leben-Gruppen als gemischt-geschlechtliche.

Das hat unterschiedliche Gründe:

Aufgrund der Entstehungsgeschichte der Arbeit ist es so (zufällig) gewachsen.
Wegen der gemischten Symptomelage schafft die Einteilung nach Geschlechtern ein stark verbindendes Element
Männer und Frauen kommunizieren unterschiedlich, so das die Gruppen homogener wirken und besser funktionieren, wenn die Geschlechter getrennt arbeiten

Nachteile

Bestimmte Themen gerade in den gegengeschlechtlich begründeten Problemen ließen sich in gemischten Gruppen sicherlich besser erkennen und live bearbeiten.

Nein. Der Zertifizierungsvertrag wird durch den neuen Partnervertrag ersetzt.
Bisher haben wir Gemeinden oder Organisationen die Erlaubnis zur Nutzung des Materials gegeben. Wir haben sie zertifiziert, also nach bestimmten Kriterien anerkannt. Dann konnten sie starten.

Ab April 2017 vereinfachen wir alle unsere Verfahren. Wir wollen Nutzer so einfach und optimal wie möglich fördern. Darum wechseln wir von der Gemeindeperspektive zur Gruppenmoderatoren-Perspektive. Du bist im Fokus unserer Aufmerksamkeit.

Du bist Gruppenmoderator oder willst einer werden?
Dann hast du jetzt in uns einen Partner, der dir hilft bei allen Fragen rund um die Gruppenarbeit: Von der Gründung bis zum guten Abschluss.
Du hast einen starken Partner mit über 20 Jahren Erfahrung an deiner Seite. Darum schließen wir mit dir den Partnervertrag. Entweder bist du so selbständig, dass du privat eine Gruppe Freunde um dich versammelst, oder du holst dir die Unterstützung deiner Gemeinde. Oder du bist Profi und hast eine eigene Beratungspraxis.
Egal wo du stehst. Wir helfen dir über alle Klippen.

Allgemeine Fragen

Selbsthilfeprinzip und fachlich gebildete Gruppenleitung?

Wir begrüßen es, wenn therapeutisch ausgebildete LeiterInnen im Gruppensetting mit dem Endlich-Leben-Arbeitsbuch arbeiten. Und dennoch müssen in diesem Setting die möglichen Rollenveränderungen reflektiert werden. Besonders wenn es sich um ein Setting außerhalb von Gemeinden in eigenen Beratungsstellen oder therapeutischen Praxen handelt.

  • LeiterInnen, die sich selbst als Betroffene sich einbringen, können sehr kompetente GruppenleiterInnen sein
  • Wechseln sie aber in die Rolle des/der professionellen Beraters/In, verändert sich das Selbsthilfesetting zur Gruppentherapeutischen Arbeitsform.
  • Deshalb erwarten wir von fachlich ausgebildeten LeiterInnen eine schriftliche Erklärung zu ihrer Rollendefinition.
  • Darum haben wir für professionelle BeraterInnen einen eigenen Vertrag mit eigenen Regeln in den AGBs (siehe Anlage 1b, Gemeindeverständnis und Anlage 2b Rechte und Pflichten)

Pilotphase der Arbeit 1994, öffentlich haben wir gearbeitet seit 1998. Mit der Revision des Arbeitsbuches 2004 ist auch die offizielle Vereinsgründung gestartet.

  • 2002 haben wir unser Wissen und die Erfahrungen im Buch "Grundkurs Barmherzigkeit" niedergeschrieben. Das Meiste gilt bis heute. Hinzugewachsen sind weitere Erfahrungen und Theorien, sowie Modelle wie die Prozesse besser zu verstehen sind.
  • 2004 gab es eine deutliche Veränderung, weil das Arbeitsbuch komplett eigenständig wurde.
  • 2008 führten wir die Zertifizierung der Gemeinden ein, um Qualität zu verbessern. Seitdem sind Endlich-Leben-Gruppen eine geschützte Marke.
  • 2009 wurde das Arbeitsbuch neu überarbeitet und enthält neben 7 Selbsttest-Fragebögen nun Lebensbeispiele und bessere Anleitungen.
  • 2012 wurde eine weitere Auflage mit Änderungen aufgelegt. Ergänzend gibt es seitdem das Mitarbeiterhandbuch "Die Mitte für Gott offen halten!" - ein Prozesshandbuch für die ModeratorInnen mit den 12 Schritten.
  • Seit 1998 haben wir 20.000 Arbeitsbücher verkauft. Wir schätzen, dass mindestens die Hälfte davon Teilnehmende in Endlich-Leben-Gruppen wurden.

  • 2012 bis 2016 haben wir eine vollständig überarbeitete weitere Auflage mit einem neuen Baummodell aufgelegt. Wir nennen es "Einfach endlich Leben! mit Baummodell."

Dieses neue Arbeitsbuch für den Endlich-Leben-Kurs ist auf jeden Fall einfacher geschrieben und leichter
verständlich. Dazu trägt nicht nur das Baumbild bei, sondern auch vier Beispielspersonen, die in diesem Buch
über ihre Erfahrungen bei der Entfaltung durch den 12-Schritte-Weg schreiben.

Zu unserer neuen gemischten Gruppe hat sich ein Mann gemeldet, der gern 2-3 x schnuppern möchte, um sich dann zu entscheiden, mein Nachbar. Er ist nach meiner Einschätzung Quartaltrinker und immer wieder eben nicht nüchtern. Er hat mich von sich aus in den letzten Monaten 3-4 Mal wegen der Gruppe angesprochen, weil er da gern mitmachen will. Letzte Woche erst hat er wegen dem Schnuppern gefragt.

Ich möchte ihm noch mitteilen, dass er nüchtern sein muss, wenn er kommt. Allerdings kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass er das über Monate hinweg ist, und als Nachbarin bekomme ich ja schon ein bissel was mit, so dass es derzeit wohl auch wieder nicht ganz klappt. Er trinkt ein bissel, das merkt man ihm nicht an, aber das hält dann nicht lange an. Ich möchte ihm eine Chance einräumen, aber ich möchte auch ne klare Regelung haben. Würdest du mir bitte was dazu schreiben?

Dazu gibt es keine einfach Antwort. Aber lies selbst…

AA hat als Aufnahmekriterium nur "den Wunsch trocken zu leben"… Dann kommen die Jungs und Mädels ziemlich angetrunken an… und wollen dennoch trocken leben. Weil sie es nicht alleine hinkriegen, kommen sie ja so an. Nun geht das Lernen los:

  1. Sie lernen, ich darf besoffen kommen und werden dennoch geliebt (Schamproblem wird bearbeitet)
  2. Sie lernen, ich habe getrunken, die anderen merken es eh, ich kann drüber reden (Beziehungsaufnahme wird trotz Trinken erlernt)
  3. Sie lernen: Ich habe einen Kontrollverlust (ich will vor der Gruppe auf keinen Fall trinken und tue es doch): Schritt 1 ist mein Thema (auch wenn ich vielleicht erst nach einem Jahr Schritt 1 umsetzen lernen:-)
  4. Sie lernen: Lange bevor ich konkrete Änderungen vollziehen kann (Schritte 6-7), kann ich innere Veränderungen, in Beziehungsaufnahme zu mir, Gott, Menschen, Selbstwert (geliebtes Kind Gottes) und Lust/Unlustgefühlen (in der Gruppe bekommen ich Hoffnung, Annahme, es wird trotz allem viel gelacht…).
  5. Sie lernen: In der Gruppe werden sie konfrontiert mit der Wahrheit und dennoch ertragen (müssen sich aber an die Regeln halten)
  6. Sie lernen: Wenn ich so besoffen bin, dass ich gar nichts mehr mitkriege, dann kann mir dir Gruppe nicht helfen (dann habe ich mich selbst ausgenogged)…

Also zusammenfassend meine Rückfrage: Was soll oder darf er lernen in eurer Gruppe? Wie schützt ihr eure Grenzen, wenn es Schwierigkeiten gibt (CO-Sucht-Verhalten möglich). Ihr lernt, dass ihr sein Trinken auch nicht kontrollieren könnt, ein herrliches Beispiel dafür, dass er es wunderhaft allein mit Gottes Hilfe schaffen muss/kann und dennoch die Liebe der anderen im Raum steht – selbst wenn sie ihm nicht helfen können.

Beispiele dafür wären z.B.: Übersteigerte Kontrolle und Beobachtung der anderen, sich gegenseitig unter Druck setzen…? Macht das die Gruppenleitung?

Ja, sicherlich ist die Gruppenmoderation besonders wachsam dafür, dass

  • die Gruppenregeln bekannt sind
  • die Gruppenregeln eingehalten werden
  • Verhalten gegen die Regeln identifiziert wird
  • Verhalten einzelner für alle bewusst gemacht wird.

Andererseits wird die Gruppe gemeinsam darauf achten, auch unterschiedliche Wahrnehmungen darüber austauschen und so gemeinsam zum Schiedsrichter für regelkonformes oder nicht akzeptables Verhalten werden. Die AAler sprechen vom "Gruppengewissen" oder "Gruppengeist". In der christlichen Tradition gibt es ethische Maßstäbe, die für gutes oder akzeptables Verhalten sorgen sollen. Auch kennen einige die Vorstellung einer geistlich positiv geprägten Atmosphäre, bzw. geistlichem oder gesundem Verhalten (z.B. gemäß den "Früchten des Geistes" vgl. Galaterbrief 5, 19f)

Richtig ist: Um an einer Endlich-Leben-Gruppen teilzunehmen, benötigen die Gruppenteilnehmenden eine eigene Motivation.

Selbsthilfe funktioniert nur selbstmotiviert. Veränderungen lassen sich nicht durch (sanften) Zwang, sondern nur durch selbstmotivierte Lernbereitschaft anbahnen.

Motivation entsteht vielfältig durch

  • Leidensdruck (als Anlass): "So kann es mit mir nicht mehr weitergehen!"
  • Sehnsucht nach Veränderung (eine vage Lösungsperspektive) durch Predigten, Lebenserfahrungen, Bücher usw.
  • konkrete (zufällig oder angebahnte) Konfrontation von Nahestehenden (sozialer Leidensdruck)
  • durch einen Beratungsprozess, der die Verleugnung aufgedeckt hat
  • durch einen Nahestehenden Menschen, der Mut zur Veränderung macht

Gibt es Selbsthilfe-Gruppen, die nicht aufhören?
Ja, in der Suchtkrankenhilfe und besonders im Verständnis der AA-Bewegung benötigt eine Süchtiger eine lebenslange Unterstützung durch Gruppen. Das hängt einerseits mit dem Verständnis von "Sucht" zusammen, die als nicht heilbar gilt, sondern nur durch "Trockenheit" (also Entzug des Suchtstoffes, -Verhaltens) gestoppt werden kann. Dadurch sind Rückfälle auch viele Jahre später möglich.

Und es hängt an den begrenzten Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen. Sie haben nur diese Gruppenform. Gemeinden haben vielfältige Formen und erweiterte Angebote.

Und wie denken wir in Endlich-Leben-Gruppen?

In unseren Selbsthilfegruppen arbeiten wir im Rahmen von Kirchengemeinden

  • mit unterschiedlichen Menschen (nicht nur Süchtigen)
  • also mit einem besonderen Umfeld (Gemeinden), das als erweiterte Ressource viele Funktionen der Selbsthilfegruppen nach der intensiven Gruppenphase übernehmen kann (Stabilisierung des Lebens, soziale Kontakte, gabenorientierte Mitarbeit u.a.).
  • mit einem Jahresprozess, der durch die Sitzungstaktungen des Arbeitsmaterials strukturiert wird.

Dabei ist es möglich, dass Teilnehmende sich selbst für einen neuen Jahresdurchlauf anmelden können und so über mehrere Jahre vertiefende Lern-Prozesse durchmachen. Endlich-Leben-Gruppen mit ihrem besonderen Kontext (Gemeinde) und ihrer speziellen Jahresmethode sind eine einmalige Kombination des Besten der zwei Welten Selbsthilfe und Seelsorge.


Das Endlich-Leben-Netzwerk ist ein ökumenisches Netzwerk für Gruppen-Seelsorge in Europa